Rund 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland haben einen zu hohen Blutdruck – viele davon, ohne es zu wissen. Bleibt er unbehandelt, steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden deutlich. Neben einem gesunden Lebensstil sind Medikamente die wichtigste Säule der Behandlung. Dieser Beitrag gibt einen verständlichen Überblick über die gängigen Wirkstoffgruppen – ohne ärztlichen Rat zu ersetzen.
Von Bluthochdruck sprechen Ärztinnen und Ärzte in der Regel ab wiederholt gemessenen Werten von 140/90 mmHg. Bei leicht erhöhten Werten steht zunächst der Lebensstil im Vordergrund: weniger Salz, mehr Bewegung, Gewichtsreduktion, wenig Alkohol und Rauchstopp. Reicht das nicht aus oder ist das Risiko für Folgeerkrankungen erhöht, kommen blutdrucksenkende Medikamente – sogenannte Antihypertensiva – zum Einsatz. Welche Therapie geeignet ist, entscheidet immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell.
Häufig wird die Behandlung heute direkt mit einer Kombination aus zwei Wirkstoffen in niedriger Dosierung begonnen. Der Vorteil: Die Wirkstoffe ergänzen sich, der Blutdruck lässt sich schneller einstellen, und Nebenwirkungen bleiben durch die niedrigere Dosierung der Einzelsubstanzen oft geringer. Viele Präparate vereinen zwei Wirkstoffe in einer einzigen Tablette – das erleichtert die tägliche Einnahme.
Blutdrucksenker wirken nur, wenn sie dauerhaft und zuverlässig eingenommen werden. Setzen Sie Medikamente niemals eigenmächtig ab – auch dann nicht, wenn die Werte gut sind, denn genau das ist ein Zeichen, dass die Therapie wirkt. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Meist lässt sich ein besser verträglicher Wirkstoff oder eine andere Kombination finden. Hilfreich ist außerdem die regelmäßige Selbstmessung zu Hause mit einem geprüften Messgerät.
Zu Beginn der Behandlung fühlen sich manche Betroffene vorübergehend müde oder schlapp – der Kreislauf muss sich erst an die niedrigeren Werte gewöhnen. Solche Anlaufbeschwerden klingen häufig nach wenigen Tagen ab. Daneben hat jede Wirkstoffgruppe ihr eigenes Nebenwirkungsprofil: ACE-Hemmer können etwa einen trockenen Reizhusten auslösen, Kalziumkanalblocker gelegentlich geschwollene Knöchel, Diuretika verändern den Mineralstoffhaushalt. Entscheidend ist, Beschwerden nicht schweigend hinzunehmen oder das Medikament eigenmächtig wegzulassen, sondern sie in der Praxis anzusprechen – in den allermeisten Fällen findet sich eine Alternative, die gut vertragen wird.
Ein Teil der Betroffenen erreicht trotz mehrerer Medikamente keine stabilen Werte. Für diese sogenannte schwer einstellbare Hypertonie werden neue Therapieansätze in klinischen Studien untersucht. Bei FutureMeds läuft aktuell eine Bluthochdruck-Studie in Berlin und Offenbach. Grundlegende Informationen zum Krankheitsbild finden Sie auf unserer Indikationsseite Bluthochdruck.
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