Bluthochdruck, medizinisch arterielle Hypertonie genannt, ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Dabei ist der Druck in den Blutgefäßen dauerhaft erhöht, was Herz, Gehirn, Nieren und Gefäße langfristig schädigen kann. Problematisch ist, dass Bluthochdruck häufig lange Zeit unbemerkt bleibt, da er oft keine oder nur unspezifische Beschwerden verursacht.
Als Bluthochdruck gelten dauerhaft gemessene Blutdruckwerte von ≥ 140/90 mmHg. Die Erkrankung betrifft Menschen aller Altersgruppen, tritt jedoch mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger auf. Unbehandelt erhöht Bluthochdruck das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenerkrankungen und andere Folgeerkrankungen deutlich.
Bluthochdruck bei Frauen
Lange galt Bluthochdruck als „Männerkrankheit“ – tatsächlich holt der Blutdruck bei Frauen spätestens mit den Wechseljahren auf. Mit dem Absinken der schützenden Östrogene steigen die Werte häufig innerhalb weniger Jahre deutlich an. Auch hormonelle Verhütungsmittel und durchgemachte Schwangerschaftskomplikationen wie eine Präeklampsie erhöhen das Risiko. Frauen ab 40 sollten ihren Blutdruck deshalb regelmäßig messen – auch dann, wenn sie sich vollkommen gesund fühlen.
Bluthochdruck verläuft häufig symptomlos. Viele Betroffene erfahren erst im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen von ihrer Erkrankung. Bei länger bestehendem oder stark erhöhtem Blutdruck können jedoch folgende Symptome auftreten:
Da diese Beschwerden unspezifisch sind, wird Bluthochdruck oft unterschätzt oder mit anderen Ursachen in Verbindung gebracht.
Hypertensive Krise: Wann der Blutdruck zum Notfall wird
Steigen die Werte auf über 180/110 mmHg und treten gleichzeitig Beschwerden wie starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Brustschmerzen, Atemnot oder neurologische Ausfälle auf, kann ein hypertensiver Notfall vorliegen. In diesem Fall gilt: sofort den Notruf 112 wählen. Hohe Werte ohne Beschwerden sind dagegen meist kein Notfall, sollten aber zeitnah ärztlich kontrolliert werden.
Bluthochdruck entsteht meist durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Zu den häufigsten Ursachen und Risikofaktoren zählen:
In vielen Fällen liegt ein essentieller Bluthochdruck vor, bei dem keine einzelne Ursache eindeutig identifiziert werden kann.
Die Behandlung von Bluthochdruck richtet sich nach Höhe der Blutdruckwerte, individuellen Risikofaktoren und bestehenden Begleiterkrankungen. Ziel der Therapie ist es, den Blutdruck dauerhaft in den Normalbereich zu senken und Organschäden zu verhindern.
Zentrale Bestandteile der Bluthochdruck‑Behandlung sind:
Wenn Lebensstilmaßnahmen nicht ausreichen, kommen Bluthochdruck‑Medikamente zum Einsatz. Es stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung, die den Blutdruck auf unterschiedliche Weise senken, darunter:
Welche Medikamente geeignet sind, hängt von individuellen Faktoren ab. Die medikamentöse Behandlung sollte regelmäßig kontrolliert und angepasst werden.
Bluthochdruck – was tun? Die wirksamsten Maßnahmen
Wer sich fragt „Bluthochdruck – was tun?“, kann selbst viel erreichen. Am besten belegt sind:
In der Summe lässt sich der Blutdruck mit diesen Maßnahmen häufig um 10 bis 20 mmHg senken – das entspricht der Wirkung von ein bis zwei Medikamenten.
Bluthochdruck-Medikamente: Diese Wirkstoffgruppen gibt es
Reichen Lebensstilmaßnahmen nicht aus, kommen bewährte Blutdruck-Medikamente zum Einsatz – häufig als Kombination aus zwei Wirkstoffen in einer Tablette:
Welches Medikament oder welche Kombination geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand von Alter, Begleiterkrankungen und Verträglichkeit. Wichtig ist die regelmäßige Einnahme – auch dann, wenn die Werte gut sind, denn genau das zeigt die Wirkung der Behandlung. Darüber hinaus wird die Behandlung in klinischen Studien laufend weiterentwickelt. Bei FutureMeds finden Sie aktuelle Studien zu diesem Krankheitsbild, an denen Sie kostenfrei und ärztlich begleitet teilnehmen können.
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