Ein erhöhter Cholesterinspiegel, insbesondere ein hoher LDL‑Cholesterinwert, gilt als wichtiger Risikofaktor für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen. LDL‑Cholesterin kann sich an den Gefäßwänden ablagern und so zur Verengung der Blutgefäße beitragen. Dadurch steigt unter anderem das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Oft bleibt ein erhöhter Cholesterinspiegel lange unbemerkt und wird erst durch Blutuntersuchungen festgestellt.
LDL und HDL: die wichtigsten Werte verstehen
Entscheidend für das Risiko ist vor allem das LDL-Cholesterin, das sich in den Gefäßwänden ablagern kann. Das HDL-Cholesterin transportiert Cholesterin dagegen zur Leber zurück. Eine besondere Form ist die familiäre Hypercholesterinämie, bei der die LDL-Werte erblich bedingt von Geburt an stark erhöht sind – frühe Herzinfarkte in der Familie sind hier das wichtigste Warnsignal. Ab 35 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Bestimmung der Blutfette alle drei Jahre im Rahmen des Gesundheits-Check-ups.
Ein erhöhter Cholesterinspiegel verursacht meist keine direkten Symptome. Viele Betroffene fühlen sich lange beschwerdefrei. Beschwerden treten häufig erst auf, wenn es infolge der Gefäßverengung zu Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen wie Brustschmerzen, Atemnot, Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt. Regelmäßige Kontrollen sind daher besonders wichtig.
Hohes Cholesterin: Diese Folgen kann es haben
Über Jahre hinweg fördert ein erhöhter LDL-Wert die Arterienverkalkung – mit möglichen Folgen im ganzen Körper:
Da all diese Folgen ohne Vorwarnung entstehen, ist die regelmäßige Blutuntersuchung der einzige Weg, erhöhte Werte rechtzeitig zu erkennen.
Ursachen für erhöhte Cholesterinwerte können genetische Veranlagung, eine fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht sein. Auch Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sowie Rauchen können den Cholesterinspiegel negativ beeinflussen. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen.
Sekundäre Ursachen
Neben Veranlagung und Lebensstil können auch andere Erkrankungen und Medikamente die Cholesterinwerte erhöhen – etwa eine Schilddrüsenunterfunktion, ein schlecht eingestellter Diabetes, Nieren- und Lebererkrankungen oder Kortisonpräparate. Bei Frauen steigen die LDL-Werte zudem häufig mit den Wechseljahren deutlich an, ohne dass sich am Lebensstil etwas geändert hat. Diese Ursachen sollten bei der Abklärung mitbedacht werden.
Zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte werden häufig lipidsenkende Medikamente eingesetzt, zum Beispiel Statine. Ergänzend spielen eine angepasste Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Behandlung von Begleiterkrankungen eine wichtige Rolle. Bei manchen Betroffenen reicht die bestehende Therapie jedoch nicht aus, um die Zielwerte zu erreichen.
Hohes Cholesterin – was tun?
Die Basis bilden Lebensstilmaßnahmen, die das LDL-Cholesterin messbar senken:
Reicht das nicht aus oder ist das Gesamtrisiko hoch, stehen wirksame Medikamente zur Verfügung: Statine als Standard, ergänzt bei Bedarf durch Cholesterinaufnahme-Hemmer oder moderne PCSK9-Hemmer. Welcher LDL-Zielwert gilt, legt die Ärztin oder der Arzt individuell anhand des Gesamtrisikos fest – nach Herzinfarkt oder Schlaganfall gelten deutlich strengere Ziele. Darüber hinaus wird die Behandlung in klinischen Studien laufend weiterentwickelt. Bei FutureMeds finden Sie aktuelle Studien zu diesem Krankheitsbild, an denen Sie kostenfrei und ärztlich begleitet teilnehmen können.
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