Etwa 270.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Schlaganfall. Wie gut sich Betroffene erholen, hängt entscheidend davon ab, wie schnell sie behandelt werden – Fachleute sprechen vom Grundsatz „Time is brain“. Der FAST-Test hilft, die wichtigsten Warnzeichen auch als Laie sicher zu erkennen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie der Test funktioniert und was nach dem Notruf passiert.
Bei den meisten Schlaganfällen verstopft ein Blutgerinnsel ein Gefäß im Gehirn (ischämischer Schlaganfall); seltener platzt ein Gefäß und es kommt zu einer Hirnblutung. In beiden Fällen werden Nervenzellen nicht mehr ausreichend versorgt und beginnen abzusterben – mit jeder Minute mehr. Deshalb gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto größer ist die Chance, bleibende Einschränkungen wie Lähmungen oder Sprachstörungen zu verhindern.
FAST steht für die englischen Begriffe Face, Arms, Speech und Time – vier einfache Prüfschritte:
Zusätzlich können plötzlicher heftiger Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Sehstörungen auf einem Auge oder Doppelbilder auf einen Schlaganfall hinweisen – auch dann gilt: sofort den Notruf wählen.
In spezialisierten Schlaganfall-Stationen, sogenannten Stroke Units, kann ein Gefäßverschluss in vielen Fällen medikamentös aufgelöst oder mit einem Katheter entfernt werden. Beide Verfahren wirken umso besser, je früher sie eingesetzt werden – teils nur innerhalb weniger Stunden nach Symptombeginn. Wer Warnzeichen abwartet oder „erst einmal schläft“, verschenkt wertvolle Zeit. Ausführliche Informationen zu Anzeichen, Behandlung und Ursachen finden Sie auf unserer Indikationsseite Schlaganfall.
Manchmal bilden sich Schlaganfall-Symptome innerhalb von Minuten bis Stunden vollständig zurück. Fachleute sprechen dann von einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA), umgangssprachlich auch Mini-Schlaganfall genannt. So beruhigend das Verschwinden der Beschwerden wirkt – eine TIA ist ein ernstes Warnsignal: Das Risiko, in den folgenden Tagen einen „richtigen“ Schlaganfall zu erleiden, ist deutlich erhöht. Auch vorübergehende Ausfälle gehören deshalb umgehend ärztlich abgeklärt – im Zweifel ebenfalls über die 112.
Der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für einen Schlaganfall ist Bluthochdruck, gefolgt von Vorhofflimmern, Diabetes, erhöhten Cholesterinwerten und Rauchen. Regelmäßige Kontrolle und konsequente Behandlung dieser Faktoren senken das Risiko erheblich. Auch die klinische Forschung trägt dazu bei, Vorbeugung und Therapie weiter zu verbessern – bei FutureMeds finden Sie eine Übersicht aktueller Studien.
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