Ein Herzinfarkt, medizinisch Myokardinfarkt, ist eine akute, lebensbedrohliche Herzerkrankung. Er entsteht, wenn ein Herzkranzgefäß plötzlich verschlossen wird und ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Ohne schnelle Behandlung gehen Herzmuskelzellen irreversibel zugrunde.
Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen in Europa. Besonders gefährdet sind Menschen mit bestehenden Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen, kann jedoch grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten. Ein Herzinfarkt stellt stets einen medizinischen Notfall dar.
Die Symptome eines Herzinfarkts können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Typische Anzeichen sind:
Bei Frauen, älteren Menschen und Personen mit Diabetes können die Symptome auch unspezifischer ausfallen, etwa durch starke Müdigkeit, Atemnot oder Oberbauchbeschwerden.
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt gilt: sofort den Notruf wählen. Wer sich fragt „Herzinfarkt – was tun?“, sollte keine Zeit verlieren. Jede Minute zählt, da eine schnelle Behandlung das Ausmaß der Herzmuskelschädigung deutlich reduzieren kann.
Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte die betroffene Person ruhig gelagert, nicht allein gelassen und körperlich geschont werden.
Herzinfarkt bei Frauen: oft andere Anzeichen
Bei Frauen zeigt sich ein Herzinfarkt häufiger ohne den klassischen starken Brustschmerz. Stattdessen stehen unspezifische Beschwerden im Vordergrund, die leicht fehlgedeutet werden:
Weil diese Anzeichen seltener mit dem Herzen in Verbindung gebracht werden, rufen Frauen im Durchschnitt später den Notruf – mit entsprechenden Folgen. Es gilt: Bei unklaren, neu auftretenden Beschwerden dieser Art lieber einmal zu viel die 112 wählen.
Der Herzinfarkt entsteht meist infolge einer koronaren Herzkrankheit, bei der sich die Herzkranzgefäße durch Ablagerungen verengen. Häufige Ursachen und Risikofaktoren sind:
Je mehr Risikofaktoren vorliegen, desto höher ist das Herzinfarktrisiko.
Die Behandlung des Herzinfarkts richtet sich nach Art, Ausmaß und Zeitpunkt des Ereignisses. Ziel ist es, das verschlossene Gefäß möglichst schnell wieder zu öffnen und weitere Schäden zu verhindern.
Zu den zentralen Behandlungsmaßnahmen gehören:
Die weiterführende Behandlung dient der Stabilisierung und der Vermeidung weiterer Herzinfarkte.
Nach einem Herzinfarkt ist eine dauerhafte medikamentöse Behandlung in der Regel notwendig. Typische Herzinfarkt‑Medikamente sind:
Die genaue Zusammensetzung der Therapie wird individuell festgelegt und regelmäßig ärztlich kontrolliert.
Herzinfarkt – was tun? Richtiges Verhalten im Notfall
Herzinfarkt-Behandlung: vom Herzkatheter bis zur Reha
In der Klinik wird das verschlossene Herzkranzgefäß in der Regel per Herzkatheter wieder geöffnet und mit einem Stent offen gehalten – je früher, desto mehr Herzmuskel bleibt erhalten. Anschließend schützt eine Kombination aus Medikamenten (unter anderem Plättchenhemmer, Statine, Betablocker und ACE-Hemmer) vor einem erneuten Ereignis. Die kardiologische Rehabilitation baut die Belastbarkeit wieder auf und gehört zu den wirksamsten Maßnahmen für den langfristigen Verlauf. Darüber hinaus wird die Behandlung in klinischen Studien laufend weiterentwickelt. Bei FutureMeds finden Sie aktuelle Studien zu diesem Krankheitsbild, an denen Sie kostenfrei und ärztlich begleitet teilnehmen können.
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