Definition:Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Zusammenhang mit Übergewicht beziehen sich auf verschiedene Herz-Kreislauf-Probleme, die durch überschüssiges Körperfett und eine gestörte Stoffwechselfunktion verursacht oder verschärft werden. Hierzu gehören Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Schlaganfall.
Auswirkungen auf Betroffene:Übergewicht ist ein bedeutender Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann deren Schweregrad beeinflussen. Diese Erkrankungen können zu ernsthaften Komplikationen und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.
Bauchumfang: die wichtigste Messgröße
Für das Herz-Kreislauf-Risiko zählt weniger das Gesamtgewicht als die Fettverteilung: Das stoffwechselaktive Fett im Bauchraum treibt Blutdruck, Blutzucker und Entzündungsprozesse an. Als erhöht gilt ein Bauchumfang ab 80 Zentimetern bei Frauen und ab 94 Zentimetern bei Männern; deutlich erhöht sind Werte ab 88 beziehungsweise 102 Zentimetern. Gemessen wird im Stehen, mittig zwischen unterster Rippe und Beckenkamm.
Bluthochdruck (Hypertonie):Erhöhter Blutdruck, der zu Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und langfristig zu Herz-Kreislauf-Komplikationen führen kann.
Koronare Herzkrankheit (KHK):Symptome können Brustschmerzen, Atemnot und in schweren Fällen Herzinfarkt sein.
Herzinsuffizienz:Schwäche, Atemnot, Wassereinlagerungen (Ödeme) können Anzeichen einer Herzinsuffizienz sein.
Schlaganfall:Ein Schlaganfall kann zu plötzlichen neurologischen Ausfällen, wie Lähmungen oder Sprachstörungen, führen.
Übergewicht und Adipositas:Übergewicht führt zu einer Zunahme von Körperfett, insbesondere im Bauchbereich, was zu metabolischen Veränderungen und Entzündungsprozessen führen kann.
Insulinresistenz und Diabetes:Übergewicht kann die Entwicklung von Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes fördern, was wiederum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
Fettstoffwechselstörungen:Übergewicht ist mit Veränderungen im Fettstoffwechsel verbunden, einschließlich erhöhtem LDL-Cholesterin und Triglyceriden.
Entzündungsprozesse:Überschüssiges Fettgewebe produziert entzündungsfördernde Substanzen, die eine Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen können.
Übergewicht bei Frauen: Hormone und Lebensphasen
Bei Frauen verschiebt sich die Fettverteilung mit den Wechseljahren häufig in Richtung Bauch, während der Grundumsatz sinkt – viele nehmen in dieser Phase bei unverändertem Essverhalten zu. Zusätzlich erhöhen bestimmte Diagnosen aus der Vorgeschichte das spätere Herz-Kreislauf-Risiko: ein durchgemachter Schwangerschaftsdiabetes, eine Präeklampsie sowie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS). Frauen mit diesen Vorerkrankungen sollten Blutdruck, Blutzucker und Blutfette engmaschiger kontrollieren lassen.
Gewichtsmanagement:Eine Gewichtsreduktion durch gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung ist entscheidend, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.
Blutdruckkontrolle:Die Überwachung und Kontrolle des Blutdrucks ist wichtig, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.
Herzgesunde Ernährung:Eine ausgewogene Ernährung mit Betonung von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß ist wichtig.
Regelmäßige Bewegung:Körperliche Aktivität unterstützt das Gewichtsmanagement und fördert die Herzgesundheit.
Medikamentöse Therapie:In einigen Fällen kann die medikamentöse Therapie zur Kontrolle von Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker notwendig sein.
Die Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Übergewicht erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der auf Lebensstiländerungen, medikamentöser Therapie und enger ärztlicher Betreuung basiert. Ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Ernährungsberatern und Physiotherapeuten kann hierbei unterstützen.
Realistische Ziele: Warum 5 bis 10 Prozent genügen
Bereits eine dauerhafte Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent des Ausgangsgewichts verbessert Blutdruck, Blutzucker und Blutfette messbar. Am wirksamsten ist die Kombination aus Ausdauertraining, Krafttraining zum Erhalt der Muskulatur und einer mediterranen, gemüsebetonten Ernährung ohne zuckerhaltige Getränke. Crash-Diäten führen dagegen meist zum Jo-Jo-Effekt. Bleibt der Erfolg trotz ernsthafter Bemühungen aus, lohnt das ärztliche Gespräch: Körperliche Ursachen wie eine Schilddrüsenunterfunktion sollten ausgeschlossen werden, und mit strukturierten Programmen sowie modernen Medikamenten stehen heute zusätzliche Optionen zur Verfügung. Darüber hinaus wird die Behandlung in klinischen Studien laufend weiterentwickelt. Bei FutureMeds finden Sie aktuelle Studien zu diesem Krankheitsbild, an denen Sie kostenfrei und ärztlich begleitet teilnehmen können.
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