Bei einer Zwangsstörung drängen sich immer wieder unerwünschte Gedanken auf (Zwangsgedanken) oder Betroffene fühlen sich gezwungen, bestimmte Handlungen ritualhaft zu wiederholen (Zwangshandlungen) – etwa Kontrollieren, Waschen, Ordnen oder Zählen. Die Betroffenen erkennen die Übertriebenheit meist selbst, können die Zwänge aber nicht einfach stoppen; das Unterlassen löst massive Angst oder Anspannung aus. Die Erkrankung kostet oft Stunden am Tag und wird aus Scham lange verheimlicht – dabei ist sie gut behandelbar.
Wichtig zu wissen: Aufdrängende Gedanken sagen nichts über den Charakter aus – gerade ihre Unvereinbarkeit mit den eigenen Werten macht sie so quälend.
Beteiligt sind eine genetische Veranlagung und Besonderheiten in Hirnregelkreisen, die Fehlersignale und Sicherheit verarbeiten. Stress und belastende Lebensereignisse können den Beginn auslösen oder Zwänge verstärken. Aufrechterhalten wird die Störung durch die Rituale selbst: Sie verhindern die Erfahrung, dass die befürchtete Katastrophe ausbleibt.
Behandlung der ersten Wahl ist die kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsverhinderung: Unter therapeutischer Begleitung stellen sich Betroffene den auslösenden Situationen, ohne das Ritual auszuführen – die Angst nimmt dabei nachweislich von selbst ab, und der Zwang verliert Schritt für Schritt seine Macht. Bei ausgeprägten Verläufen unterstützen bestimmte Antidepressiva die Therapie. Auch Angehörige werden einbezogen, um gut gemeinte Mithilfe an Ritualen abzubauen. Darüber hinaus wird die Behandlung in klinischen Studien laufend weiterentwickelt. Bei FutureMeds finden Sie aktuelle Studien, an denen Sie kostenfrei und ärztlich begleitet teilnehmen können.
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