Von einer Persönlichkeitsstörung sprechen Fachleute, wenn tief verankerte Muster im Denken, Fühlen und im zwischenmenschlichen Verhalten so unflexibel sind, dass sie über Jahre zu deutlichem Leiden oder erheblichen Problemen in Beziehungen, Ausbildung und Beruf führen. Es gibt verschiedene Formen – bekannt ist etwa die Borderline-Persönlichkeitsstörung mit starken Stimmungsschwankungen und instabilen Beziehungen. Wichtig: Die Diagnose ist keine Bewertung der Person, sondern die Grundlage für eine wirksame, heute deutlich optimistischere Behandlung als früher.
Je nach Form stehen unterschiedliche Muster im Vordergrund, zum Beispiel:
Die Beschwerden beginnen typischerweise im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter und ziehen sich durch verschiedene Lebensbereiche. Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden, ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222; bei unmittelbarer Gefahr wählen Sie die 112.
Persönlichkeitsstörungen entstehen aus dem Zusammenspiel von Veranlagung und prägenden Erfahrungen – etwa emotionaler Vernachlässigung, instabilen Bindungen oder belastenden bis traumatischen Erlebnissen in Kindheit und Jugend. Sie sind als über lange Zeit erlernte Bewältigungsmuster zu verstehen, die früher schützten und heute im Weg stehen – und die sich verändern lassen.
Die Behandlung der Wahl ist eine längerfristige Psychotherapie. Für einzelne Formen wurden spezialisierte Verfahren entwickelt – etwa die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) oder die Schematherapie –, deren Wirksamkeit gut belegt ist. Medikamente können begleitende Beschwerden wie Depressionen oder Schlafstörungen lindern, ersetzen die Psychotherapie aber nicht. Mit passender Behandlung erreichen viele Betroffene deutliche und dauerhafte Verbesserungen – die frühere Annahme, Persönlichkeitsstörungen seien kaum veränderbar, gilt heute als widerlegt. Darüber hinaus wird die Behandlung in klinischen Studien laufend weiterentwickelt. Bei FutureMeds finden Sie aktuelle Studien, an denen Sie kostenfrei und ärztlich begleitet teilnehmen können.
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