Neurasthenie – wörtlich übersetzt „Nervenschwäche“
Die Neurasthenie, auch als Nervenschwäche bezeichnet, ist eine psychische Störung, die durch eine anhaltende nervliche und körperliche Erschöpfung gekennzeichnet ist. Betroffene fühlen sich dauerhaft überfordert und erleben bereits bei geringer geistiger oder körperlicher Belastung eine ausgeprägte Ermüdung. Die Beschwerden bestehen über einen längeren Zeitraum und lassen sich weder durch Ruhe noch durch Schlaf ausreichend lindern.
Die Neurasthenie zählt zu den stress‑ und erschöpfungsassoziierten Störungsbildern und weist meist einen schleichenden, chronischen Verlauf auf. Charakteristisch ist, dass sich die Beeinträchtigungen nicht durch eine eindeutig nachweisbare organische Ursache erklären lassen. Das subjektive Krankheitsgefühl ist häufig von dem Eindruck geprägt, den alltäglichen Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Aufgrund inhaltlicher Überschneidungen mit anderen psychischen Erkrankungen ist eine sorgfältige diagnostische Abgrenzung erforderlich.
Neurasthenie vs. Burnout
Neurasthenie und Burnout weisen in ihrem Erscheinungsbild deutliche Überschneidungen auf. Beide Störungsbilder sind durch eine ausgeprägte geistige und körperliche Erschöpfung gekennzeichnet und betreffen häufig Menschen, die über einen längeren Zeitraum hohen beruflichen oder privaten Anforderungen ausgesetzt sind.
Die Neurasthenie wurde bereits im 19. Jahrhundert als Folge gesellschaftlicher und beruflicher Überforderung beschrieben. Im Mittelpunkt der Erkrankung steht dabei eine allgemeine Erschöpfung des Nervensystems, die sich unabhängig von einem einzelnen Lebensbereich äußern kann und meist einen chronischen Verlauf nimmt.
Burnout hingegen ist ein vergleichsweise moderner Begriff und wird überwiegend im beruflichen Kontext verwendet. Er beschreibt einen Zustand emotionaler, mentaler und körperlicher Erschöpfung, der in der Regel als Folge von chronischem Arbeitsstress entsteht. Im Unterschied zur Neurasthenie gilt Burnout in vielen Klassifikationssystemen nicht als eigenständige medizinische Diagnose, sondern vielmehr als arbeitsbezogenes Erschöpfungssyndrom mit fließenden Übergängen zu anderen psychischen Erkrankungen.
Psychische und körperliche Beschwerden
Bei den Symptomen der Neurasthenie stehen anhaltende Erschöpfung, Reizbarkeit und ein deutlicher Leistungsabfall im Vordergrund. Häufig treten zusätzlich Konzentrations‑ und Gedächtnisstörungen, innere Unruhe sowie eine insgesamt verminderte Belastbarkeit auf. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl, „nervlich ausgelaugt“ zu sein.
Neben den psychischen Symptomen kommen oft auch körperliche Beschwerden hinzu, unter anderem:
Neurasthenie und Nervenschmerzen
Im Rahmen einer Neurasthenie können schmerzartige Empfindungen auftreten, die von Betroffenen mitunter als Nervenschmerzen beschrieben werden. Dabei handelt es sich jedoch in den meisten Fällen nicht um echte neuropathische Nervenschmerzen im Sinne einer nachweisbaren Nervenschädigung, sondern vielmehr um funktionelle oder stressbedingte Schmerzen.
Nervenschmerzen bei Burnout
Auch ein Burnout‑Syndrom geht häufig mit körperlichen Beschwerden einher, die subjektiv als Nervenschmerzen wahrgenommen werden können. Diese Beschwerden sind jedoch ebenfalls meist nicht neuropathischer Natur, sondern Ausdruck der anhaltenden körperlichen und seelischen Überlastung.
Die Behandlung der Neurasthenie zielt auf die Wiederherstellung der körperlichen und geistigen Belastbarkeit, die Verbesserung von Schlaf und Erholung, die Reduktion von Reizbarkeit und Erschöpfung sowie auf eine langfristige Stressbewältigung und Rückfallprophylaxe ab.
Im Vordergrund der Neurasthenie‑Behandlung steht in der Regel nicht eine medikamentöse Therapie, sondern die Veränderung belastender Faktoren sowie der Aufbau wirksamer Erholungs‑ und Bewältigungsstrategien.
Hierzu gehören:
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