Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein cholesterinhaltiges Blutfettpartikel, dessen Höhe fast vollständig erblich festgelegt ist. Ein dauerhaft erhöhter Lp(a)-Wert gilt als eigenständiger Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und die Verkalkung der Aortenklappe – unabhängig vom LDL-Cholesterin. Etwa jeder fünfte Mensch trägt erhöhte Werte, die meisten ohne es zu wissen. Fachgesellschaften empfehlen daher, den Wert einmal im Leben bestimmen zu lassen.
Ein erhöhter Lp(a)-Wert verursacht keinerlei Beschwerden. Er fällt entweder bei einer gezielten Blutuntersuchung auf – oder indirekt, wenn Herz-Kreislauf-Ereignisse auftreten, die sich durch die klassischen Risikofaktoren allein nicht erklären lassen. Hellhörig machen sollten frühe Herzinfarkte oder Schlaganfälle in der Familie, insbesondere vor dem 60. Lebensjahr.
Die Lp(a)-Konzentration wird zu über 90 Prozent von den Genen bestimmt; Ernährung und Bewegung haben – anders als beim LDL-Cholesterin – kaum Einfluss auf den Wert selbst. Deshalb genügt in der Regel eine einmalige Messung. Erhöhte Werte kommen familiär gehäuft vor, sodass sich bei Betroffenen auch die Untersuchung naher Angehöriger empfiehlt.
Eine zugelassene medikamentöse Therapie, die gezielt das Lp(a) senkt, gibt es bislang nicht – mehrere Wirkstoffe befinden sich jedoch in fortgeschrittenen klinischen Studien. Die heutige Strategie lautet deshalb: das Gesamtrisiko konsequent senken.
Gerade beim Lp(a) ist die klinische Forschung derzeit besonders aktiv – die Teilnahme an einer Studie kann Zugang zu neuen Therapieansätzen eröffnen. Bei FutureMeds finden Sie aktuelle Studien, an denen Sie kostenfrei und ärztlich begleitet teilnehmen können.
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