Jeder Mensch erlebt Phasen schlechter Stimmung. Nicht an jedem Tag scheint sprichwörtlich die Sonne, und belastende Lebenssituationen können Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit auslösen. Wer traurig ist, ist jedoch nicht automatisch depressiv. Ebenso ist eine Depression weit mehr als nur vorübergehende Traurigkeit.
Eine depressive Erkrankung kann sich sehr unterschiedlich äußern. Zu den möglichen Beschwerden zählen unter anderem Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Veränderungen des Körpergewichts oder auch Lebensüberdruss. Die Symptome einer Depression können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und den Alltag stark belasten.
Die Symptome einer Depression können vielfältig sein und unterschiedlich stark ausgeprägt auftreten. Zu den häufigsten Beschwerden zählen:
Diese Symptome müssen nicht alle gleichzeitig auftreten. Manche Betroffene entwickeln nur einzelne Beschwerden, andere erleben unterschiedliche Symptomkonstellationen in verschiedenen Lebensphasen. Ob eine behandlungsbedürftige Depression vorliegt, sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Antidepressiva werden nach ihrem Wirkmechanismus und ihrer chemischen Struktur in verschiedene Gruppen eingeteilt. Sie beeinflussen unter anderem die Botenstoffe im Gehirn und wirken stimmungsaufhellend, antriebssteigernd oder schlafregulierend. Je nach Substanz unterscheiden sie sich in Wirkungsschwerpunkt und Nebenwirkungsprofil.
Trizyklische Antidepressiva gehören zu den älteren, gut erforschten Medikamenten gegen Depression. Beispiele sind Amitriptylin oder Trimipramin. Sie sind wirksam, können jedoch bei einigen Patientinnen und Patienten Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit, vermehrtes Schwitzen oder sexuelle Funktionsstörungen verursachen. Diese Nebenwirkungen sind meist vorübergehend und bilden sich häufig nach kurzer Zeit zurück.
SSRIs zählen zur zweiten Generation der Antidepressiva und werden heute häufig eingesetzt. Eine mögliche Nebenwirkung sind sexuelle Funktionsstörungen, die jedoch nur bei einem Teil der Behandelten auftreten. Bei Unverträglichkeiten kann gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt eine Anpassung der Medikation erfolgen.
Neuere Antidepressiva verfügen über unterschiedliche Wirkmechanismen und sind häufig besser verträglich. Sie gehen in der Regel mit weniger Nebenwirkungen einher, sind jedoch meist kostenintensiver.
In Deutschland werden folgende psychotherapeutische Verfahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen:
Die Wahl des geeigneten Therapieverfahrens sollte individuell erfolgen und fachärztlich begleitet werden. Privat Versicherte sollten vorab prüfen, welche Leistungen übernommen werden.
Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse gehen davon aus, dass eine Depression durch ein Zusammenwirken biologischer Faktoren und belastender Lebensumstände entsteht. Dazu zählen Veränderungen im Stoffwechsel von Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin sowie genetische Einflüsse.
Vereinfacht ausgedrückt reagieren Menschen mit einer geringeren biologischen Stress‑ und Belastbarkeit empfindlicher auf anhaltende Belastungen, hohe Anforderungen oder belastende Lebensereignisse. Chronischer Stress, Verlusterfahrungen oder Überforderung können in diesen Fällen die Entstehung einer Depression begünstigen.
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