Bei einem Bandscheibenvorfall tritt der weiche Gallertkern einer Bandscheibe durch ihren Faserring nach außen und kann auf Nervenwurzeln drücken – am häufigsten an der Lendenwirbelsäule, seltener an der Halswirbelsäule. Wichtig zu wissen: Viele Vorfälle verursachen gar keine Beschwerden und sind Zufallsbefunde im MRT. Und selbst symptomatische Vorfälle heilen in der großen Mehrheit ohne Operation aus – der Körper baut das vorgefallene Gewebe von selbst ab.
Sofort ärztliche Hilfe – im Zweifel über die 112 – ist nötig bei Lähmungen, Taubheit im Genital- und Gesäßbereich oder Störungen von Blasen- und Darmfunktion: Diese Warnzeichen können auf eine Notfallsituation hinweisen.
Hauptursache ist der natürliche Alterungsprozess der Bandscheiben, die an Elastizität und Wassergehalt verlieren. Begünstigend wirken langes Sitzen, Bewegungsmangel und schwache Rumpfmuskulatur, schweres oder falsches Heben, Übergewicht, Rauchen und eine familiäre Veranlagung. Der Vorfall selbst wird oft durch eine Alltagsbewegung ausgelöst – die eigentliche Ursache liegt in der Vorschädigung.
Die konservative Behandlung ist der Standard – mit sehr guten Erfolgsaussichten:
Operiert wird bei Notfallzeichen, zunehmenden Lähmungen oder wenn starke Beschwerden trotz konsequenter konservativer Therapie über Wochen anhalten. Darüber hinaus wird die Behandlung in klinischen Studien laufend weiterentwickelt. Bei FutureMeds finden Sie aktuelle Studien, an denen Sie kostenfrei und ärztlich begleitet teilnehmen können.
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